Waldbröl. Ein kleines blondes Mädchen geht im Jahr 1954 mit vielen anderen Kindern die Wiedenhofstraße hinauf. Die Schultüte hält sie fest im Arm. Ihr Schulweg ist nicht weit, denn sie wohnt auch am Wiedenhof. Aus dem Ranzen baumelt der Tafellappen. Noch lernt man das Schreiben auf kleinen Schiefertafeln, die jedes Kind im Ranzen hat. Es ist der Tag der Einschulung. Niemand ahnt, dass für Monika, mit Nachnamen Hoffmann, eine Schullaufbahn beginnen wird, die Vergleichbares sucht. Erst 57 Jahre später nämlich wird Monika, aus der nun Frau Ditz geworden ist, aus eben dieser Schule "entlassen". Sie geht allerdings nicht "über Bord", wie ein kleiner Schlauberger unter den Schulanfänger ihr kürzlich zurief, sondern die Schulleiterin an der Grundschule am Wiedenhof geht nun im Rahmen ihrer Pensionierung für immer "von Bord". Während des Festaktes spürte man wie schwer es den Schülern, den Eltern und auch dem Kollegium fällt, Monika Ditz in den Ruhestand zu verabschieden. Nicht allein die legendäre "Viehmarktsbratwurst", die Ditz alle 14 Tage ihrem 20 Frauen starken Kollegium spendierte, lässt die Menschlichkeit erahnen, die ihr Schaffen immer begleitete. Ihre Laufbahn um Lernen und Lehren begann, als sie nach dem Abitur am Hollenberg Gymnasium und dem mit "sehr gut" abgeschlossenen Lehramtsstudium in Siegen, ihren Dienst als Referendarin in Waldbröl antrat. An der Hauptschule Waldbröl arbeitete sie ab 1971 als "fertige Lehrerin" und wurde dort 1992 Konrektorin. Im Jahr 1999 schloss sich wieder der Kreis zum Wiedenhof. Ein Traum ging für Monika Ditz in Erfüllung. Ihre Bewerbung um die Stelle als Schulleiterin an der Gemeinschaftsgrundschule Wiedenhof in Waldbröl war erfolgreich. Sie leitete nun die Schule, die sie als "i-Dötzchen" besucht hatte. Mit viel Herzblut und mit der ihr eigenen schier unerschöpflich scheinenden Energie, brachte sie über die Jahre ihres Schaffens für die Schule viel in Bewegung. Als die Schulleiterin am Tag ihrer Verabschiedung nach dem Gottesdienst mit einer Kutsche vor ihrer Schule vorgefahren wird, bilden 400 Schüler ein Spalier und geleiten sie in die Turnhalle. Inmitten der Schar ihrer Schüler sitzt Monika Ditz und mit nicht zu verbergender Rührung verfolgt sie ihren Lebenslauf , den Schüler und Kolleginnen in Lied und Textbeiträgen zu einem bunten Lebensbild arrangiert haben. Beim anschließenden Festakt mit geladenen Gästen im benachbarten evangelischen Gemeindehaus bekennt Konrektorin Melanie Hartmann: "Ihre Verbundenheit zum Wiedenhof war mitreißend!" Die scheidende Rektorin ihrerseits ist überzeugt, das beste Kollegium von ganz Deutschland zu haben! Ein Stern, der ihren Namen trägt, wurde neben der Eingangstür der Schule in den Boden eingelassen. Der Architekt Veit Mach und ehemalige Schüler ließen diesen Edelstahlstern gießen. Der erste "Star Of Fame" in Waldbröl. Menschlich, offen und ehrlich so hat nicht nur das Kollegium die Chefin am Wiedenhof erlebt, das ging aus den vielen, warmherzigen Reden hervor. "Mer kann et nit fassen se wierd us verlassen" mit einem umgetexteten Lied bedankte sich der Kolleginnenchor. Für das "Mädchen vom Wiedenhof" beginnt ein neuer Lebensabschnitt und für die Schule am Wiedenhof auch. "Echal wat et noch chitt, du blievst unverchässen", ein musikalischer Abschied, für Monika Ditz , deren Herz auch im Ruhestand sicher immer für den Wiedenhof schlagen wird. Den musikalischen Schlusspunkt, mit dem Titel-Song aus seiner CD setzte Dr. Axel Fischer auf ganz besonderen Wunsch von Monika Ditz. "Niemals zu spät, lass'sie nur reden, Deinen Traum vom Leben, leb ihn jetzt?" (js)
Abschied von Monika Ditz
Die Grundschule verabschiedete das "Mädchen" vom Wiedenhof
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