ls. Gummersbach. Der Europaabgeordnete
Herbert Reul ist seit einiger Zeit mit der Thematik des
Datenschutzes und der Kriminalität im Internet im Parlament
betraut. So ist er auf ein Projekt der oberbergischen Polizei
aufmerksam geworden.
Im Projekt "Netzangriff" soll an den Schulen gezielt
das Thema Cybermobbing mit Schülern ab 14 Jahren besprochen
werden. "Ab 14 ist man strafmündig und viele der
Jugendlichen wissen gar nicht, dass sie Straftaten begehen",
sagt Walter Steinbrech vom Kriminalkommissariat Vorbeugung.
Viele seien sich nicht darüber bewusst, dass man jemanden
nicht mit dem Handy fotografieren und das Bild dann ins Internet
stellen darf. Oft runden Beleidigungen das Cybermobbing ab.
"Das Mobbing an sich ist keine Straftat, nur die Dinge, die
dieses beinhalten", macht Steinbrech deutlich. Das "Du
Arschloch" oder andere Beleidigungen sollten dringend zur
Anzeige gebracht werden. Auch für die möglichen
seelischen Verletzungen der Opfer will das Kommissariate Vorbeugung
und Gefahrenabwehr die Schüler sensibilisieren.
Im Mittelpunkt steht ein Film, in dem ein Mädchen gemobbt
wird und zum Schluss knapp von einem Selbstmordversuch abgehalten
wird. Anhand der Filmthemen werden die Schüler über
Jugendkriminalität aufgeklärt. Vorausgegangen waren
Umfragen der Polizisten zu Probleme an Schulen. Das Thema
Cybermobbing wurde am häufigsten genannt. Den Opfern wird
geraten, Screenshots von Beleidigungen zu erstellen und diese als
Beweis bei der Polizei vorzulegen. Herbert Reul ließ sich das
Konzept von den Beteiligten erklären und stellte fest, dass
mehr Gesetzte zum Eindämmen des Mobbings und zum Datenschutz
geschaffen werden sollten.

