Oberberg. Der Oberbergische Kreis strebt
ein "Netzwerk gegen Rechts" an.
Gemeinsam mit Städten, Gemeinden und Schulen soll so
rechtsradikalen, rassistischen, fremdenfeindlichen und
antisemitischen Kräften entgegengewirkt werden. "Das Ziel
ist es, solchen Entwicklungen, wo sie erkennbar sind,
frühzeitig entgegenzutreten", sagt Landrat Hagen Jobi.
Es hat ein erstes Treffen stattgefunden. Hagen Jobi hatte die
Bürgermeister, die Fraktionsvorsitzenden, Vertreter von
"Oberberg ist bunt - nicht braun" und "Runder Tisch
gegen Rechts Radevormwald" eingeladen.
Alle Akteure sind sich einig, dass die Initiative gegen Rechts
in den Städten und Gemeinden, also von den Bürgern,
ausgehen muss. Dafür gebe es bereits gute Beispiele und
Vorbilder im Oberbergischen. Im Nordkreis besteht seit 1980 ein
aktiver "Runder Tisch gegen Rechts Radevormwald", der
rechtsextremen Erscheinungen vor Ort entgegenwirkt.
Die Rader Gruppe setzt sich für ein besseresBildungsangebot
ein, um frühzeitig über rechte Gesinnung
aufzuklären. Die Ehrenämtler stehen in Schulen bereit, um
methodische Ansätze zu vermitteln. Sie organisieren
Vorträge mit Zeitzeugen, Fahrten zu Gedenkstätten und
Filmvorführungen und arbeiten dabei eng mit der Info- und
Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs) zusammen.
Diese Initiative will jetzt auch im kreisweiten "Netzwerk
gegen Rechts" verstärkt Erfahrung und Engagement
einbringen. "Der Kreis wird kein konkurrierendes Netzwerk
aufbauen, sondern als Lotse zur Verfügung stehen", sagt
Landrat Hagen Jobi.
Für diesen "Schulterschluss" setzt sich auch
Waldbröls Bürgermeister Peter Koester ein, der als einer
von zehn Bürgermeistern der 13 oberbergischen Kommunen am
ersten Treffen mitgewirkt hat.
Mit dem Verein "Oberberg ist bunt - nicht braun" steht
dem Netzwerk eine weitere, erfahrene Organisation zur Seite, die
bereits seit 2007 kreisweit aktiv ist. Deren Vorsitzende Gudrun
Martineau setzt ebenfalls auf "Aufklärung" im Kampf
gegen Rechts.
Zum nächsten Treffen sollen neben dem bestehenden
Teilnehmerkreis auch Vertreter der Polizei, Schulräte des
Kreises und diemobile Beratungsstelle Köln eingeladen werden.
Netzwerk gegen Rechts kreisweit aktiv
Akteure im Oberbergischen sollen sich gegenseitig unterstützen

