us. Wiehl. "Es hätte ein Paradies sein
können", doch unmittelbar nach den ersten,
verheißungsvollen Worten des Psychothrillers
"Himmelskinder" beginnt hinter der biederen Fassade
angeblicher Ehrbarkeit der stinkende Sumpf menschlicher
Abgründe zu brodeln.
Nach dem Fund eines Toten sowie eines im Sterben liegenden,
unbekleideten Mädchens beginnen der Karlsbacher
Kriminalpolizist Eric Alvermann und sein Team mit den Ermittlungen
zur Aufklärung der beiden Fälle, die zunächst keinen
Berührungspunkt zu haben scheinen. Sie stoßen auf die
Spur einer skrupellosen Menschenschlepperbande, die Kinder aus
Osteuropa an pädophile Kunden aus höchsten Politiker- und
Justizkreisen vermittelt.
Dem Erstlingswerk der Wiehler Autorin Marion Feldhausen liegt,
mit der "Sachsensumpf-Affäre" aus dem Jahr 2007,eine
tatsächliche Begebenheit zu Grunde, deren damaliger Verlauf
die gesellschaftlich immer schon engagierte Sozialarbeiterin und
Psychotherapeutin empörte: "Es gibt viele Themen, die man
auffindet, wenn man mit wachen Augen durch die Welt geht". Ab
2008, mit Eintritt in den Ruhestand, begann die 64-Jährige
nach gründlichen Recherchen, die Inhalte Kinderprostitution
und Honoratiorenfilz am Computer zu einem Krimi zu verarbeiten.
"Ich versuche, mich mit rauer, frecher und direkter Sprache
erkennbar von anderen Autoren abzuheben. Außerdem habe ich
während meiner Berufstätigkeit beim Verfassen von
Klinikberichten gelernt, wie man schlüssig formuliert ",
erklärt sie ein Alleinstellungsmerkmal, das den
fortschreitenden Ermittlungen Spannung und den Dialogen
unterhaltsamen Esprit verleiht.
Parallel zur immer deutlicheren Konturierung der Charaktere von
Alvermann und seinen Kollegen entfaltet sich eine fesselnde
Dramaturgie, die beim Leser "Suchtpotential" entwickelt.
Der eben erschienene Roman liegt auch als Hörbuchfassung vor
und ist unter ISBN 978-3-442-37836-4 bei blanvalet erschienen.
n Foto: Sommer

