Gummersbach. Der Rektor der
Handelshochschule Leipzig, Professpr Andreas Pinkwart,
NRW-Wissenschaftsminister a. D., war Hauptredner beim
"Jugendpolitischen Forum" der Friedrich-Naumann-Stiftung
für die Freiheit.
Zum Forum treffen sich dreimal im Jahr jeweils 140 junge Politiker
und Politikinteressierte, um in der Theodor-Heuss-Akademie in
Gummersbach politische Lösungen auf die drängenden Fragen
unserer Zeit zu diskutieren.
Andreas Pinkwart sprach über liberale Grundsätze in
der Hochschulpolitik.
Zunächst skizzierte er die Internationalisierung und die
technische Revolutionierung der Hochschulen als
Hauptherausforderungen der kommenden Jahre. Dafür
benötigen die Hochschulen vor allem eins: mehr Geld. Die
Hochschulen haben in den vergangenen Jahren bereits deutschlandweit
mehr Geld bekommen.
"So viele finanzielle Ressourcen wie derzeit hatten die
Universitäten noch nie", so Pinkwart. Dennoch sei noch
mehr Geld notwendig, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu
können.
Die Bundesländer alleine werden aufgrund der
Überschuldung und der Schuldenbremse diese Herausforderung
nicht stemmen können. Bereits heute ist der Bund in die
Finanzierung von Hochschulen eingestiegen, die die Länder
andernfalls hätten schließen müssen. NRW finanziert
die Hälfte seines Wissenschaftsetats auf Pump. Wenn die
Schuldenbremse greift oder die Wirtschaft schwächelt, wird ein
immer stärkeres finanzielles Engagement des Bundes notwendig.
Dies könne durchaus dazu führen, dass aus den fünf
bis acht Spitzenuniversitäten Deutschlands
Bundesuniversitäten werden.
Der Vater des Deutschlandstipendiums, wies darauf hin, dass
dieses neue einkommensunabhängige und unbürokratische
Stipendiensystem zur Hälfte aus dem privaten Sektor finanziert
wird: "Auch bei Stipendien ist Deutschland ein
Entwicklungsland." Zwei Prozent der Studierenden bekommen
derzeit ein Stipendium. Rund zehn Prozent könnten es
leistungsbedingt bekommen. In NRW, das in seiner Amtszeit Vorreiter
und im Nachgang Vorbild für dieses Stipendiensystem gewesen
ist, sei dieses System, das Wettbewerb und Leistung fördere,
von den Unis gut angenommen worden.
Neben der gezielten Spitzenforderung müsse weiterhin die
Hochschulbildung auch in der Breite gefördert werden. Einen
Hauptansatzpunkt sieht Pinkwart in der Lehreraus- und
weiterbildung, um die Schüler schon auf die Uni vorzubereiten.

