Windeck (sc). Die Genossenschaft für das generationsübergreifende Wohn- und Gewerbeprojekt "Zauberberg" im ehemaligen Waldkrankenhaus an der Hurster Straße 50 in Rosbach, befindet sich nach 18 Monaten Vorbereitungsphase in der Gründung.
Die bislang 15 zukünftigen Genossen der Projektgruppe "Zauberberg" werden unterstützt von der WohnBund-Beratung NRW und haben gemeinsam mit dem Architekturbüro "Alte Windkunst" ein Sanierungskonzept für das teilweise unter Denkmalschutz stehende Jugendstil-Juwel erstellt. Dies war Voraussetzung für ein Kaufpreisangebot an die Eigentümerin "Kölner Kliniken GmbH".
"Wir konnten uns auf einen Preiskorridor einigen. Den Kaufpreis muss man in Relation zu den Sanierungskosten sehen", berichtet Wolfgang Kiehle von der WohnBund-Beratung bei einer Pressekonferenz. Konkrete Zahlen nannte Kiehle nicht, nur dass Sanierung und Kaufpreis die Millionenhöhe überschreiten. Für die weitere Entwicklung bis zum geplanten Verkauf Ende 2012 habe die Eigentümerin zugesagt, nicht nach weiteren Kaufinteressenten zu suchen. Sanierungsbeginn ist für Ende 2013 anvisiert.
Jetzt suchen die Initiatoren nach weiteren Genossen. Insgesamt
30 Wohneinheiten sollen im ruhig nach Süden gelegenen
Gebäude II auf vier Etagen entstehen. "Es ist individuell
gestaltbarer Wohnraum mit Appartements von 37 bis hin zu Wohnungen
mit 130 Quadratmetern Größe. Sie sind barrierefrei mit
dem Aufzug erreichbar", erläuterte Zauberberg-Mitglied
Albertine Schäfer.
Zukünftige Genossen müssen als Eigenkapital-Einlage nach
derzeitigem Stand 300 bis 350 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche
einbringen.
Bei Ausscheiden wird die Summe wieder ausgezahlt. Hinzu kommt anstelle einer Kaltmiete ein monatliches Nutzungsentgelt von 4,70 Euro pro Quadratmeter, zuzüglich zehn Prozent für die Nutzung der Gemeinschaftsfläche. Neben einem Gemeinschaftsraum sind ein Spielzimmer, eine Bibliothek, eine große Küche und ein Speiseraum geplant. Auch der Park gehört zu diesen Flächen. Die gleichen Einlagen- und Entgelt-Vorgaben gelten auch für die Büros, die im Vorhaus zur Straßenseite hin liegen. Der Genossenschaftsanteil für die Ateliers und Werkstattflächen liegt bei 30 bis 50 Euro und das Nutzungsentgelt bei 2,25 Euro.
Die zukünftigen Bewohner des Zauberbergs wollen mit ihren
Aktivitäten Strahlkraft nach außen entwickeln. "Wir
werden nicht über den Ort, sondern über angebotene Themen
Leute in die Region holen, die sonst nicht hierher kommen
würden", betont Bildhauer Michael Althausen. Geplant sind
ein Tagungs- und Seminarhaus mit einer als private Firma
betriebenen Küche, Fahrradtourismus, eine Schmuckwerkstatt,
eine Yoga-Schule sowie die künstlerische und kulturelle
Nutzung.
"Viele Künstler waren schon hier und sofort
inspiriert."
Darüber hinaus sollen ein Laden für Kunstobjekte "Zauberhaftes vom Zauberberg", ein Hofladen, eine Tagesgastronomie und ein Literaturcafé betrieben werden.
"Es ist noch Platz für neue Ideen", meinen die Projektmitarbeiter, die an Regionalität interessiert sind, die Bewerber für die Genossenschaft aber über NRW hinaus suchen. Zur Erhaltung der Fassaden und Fenster soll eine eigene Bauhütte mit eigener Haustechnik entstehen.
Über den Einwohner- und Besucherzuwachs durch den Zauberberg, würde sich von Windecks Beigeordneter Andrea Thiel freuen. "Dafür ist allerdings eine Änderung des Bebauungs- und Flächennutzungsplanes notwendig, deshalb empfehle ich dringend, das Projekt jetzt dem Rat der Gemeinde vorzustellen."
Weitere Infos: www.zauberberg-gemeinschaft.de






