Waldbröl (js) Wer es immer noch nicht mitbekommen
hat, der hat echt nitt oppjepasst! Die Waldbröler
Karnevalsgesellschaft spielt nämlich seit letzter Session in
der Liga der Vereine mit, die einen eigenen Karnevalsumzug auf die
Beine stellen.
Und die Narren der Südkreismetropole punkten in dieser Liga
nicht schlecht! Verständlich, dass es viele Karnevalisten der
Nachbargemeinden nicht in ihren (Hoch)burgen aushielten. Mit
großem und kleinem Gefährt oder als Fußgruppe waren
sie gekommen und reihten sich in den närrischen Lindwurm ein.
Pünktlich um 15.11 Uhr setzte sich der Zug mit seinen knapp 40
Gruppen in Bewegung, angeführt vom VVV und seiner
Straßen-Bimmelbahn. Es folgten rund 1000 Aktive mit ebenso
vielen Ideen, was Kostüm und Outfit betraf. Auffallend viele
Kinder und Jugendliche, aus Schulen, Vereinen und Kindergärten
waren dabei.
"Die Zwerge vom Wiedenhof grüßen
Waldbröl", unter diesem Motto wieselten über 100
Grundschüler im Zug mit. "Klima kapott - Schnee is
fott", eine Schlussfolgerung der Jecken vom TuS 06, die auf
fröstelnde aber bei tollem Wetter gut gelaunte, schunkelnde
Zuschauer am Zugweg stieß. Dass in dieser Session die
Regentschaft des weiblichen Geschlechtes nicht zu übersehen
ist, dafür sorgten neben den Waldbrölern auch die
Karnevalsgesellschaften aus Denklingen, Schüemich und
Wildberg.
Die Gäste aus der Nachbarschaft fuhren stolz ihre
diesjährigen Dreigestirne, ihre tollen Mädels, mit
riesigen Wagen durch die Stadt. Thomas Nosbach, Waldbröler
Ex-Prinz und Zugleiter hatte im Vorfeld viele Stunden an
Organisationsarbeit geleistet, um auch in diesem Jahr einen Zug auf
die Beine zu stellen.
Gespräche mit den Ordnungsbehörden und die Abwicklung der
Anmeldeverfahren gehörten ebenso dazu, wie für Motivation
und Begeisterung in Schulen und Vereinen zu sorgen. Im 66. Jahr der
Waldbröler Karnevalsgesellschaft ist dies absolut gelungen.
Wer von den 4000 Besuchern (Polizeischätzung) sich an der
"Saynisch Ecke" postiert hatte, bekam den Zug über
eine Beschallungsanlage professionell vom
"Zuchsprächer" kommentiert. Leo Wehling, als Kenner
der Szene, hatte diese Aufgabe übernommen.
Schlusspunkt und Höhepunkt des Zuges, der 45 Minuten lang an den Zuschauern vorbeizog, bildete der Prunkwagen des Waldbröler Dreigestirns. "Mit Herz und Spaß geben jetzt wir Frauen Gas", unter diesem Motto wurde aus dem Vollen gegriffen. Kamelle und Kusshändchen flogen den Zuschauern in Hülle und Fülle entgegen. Ob sich Bürgermeister Peter Koester mit der Narrenkappe auf den Wagen von Prinz Karina I., Bauer Sandra und ihrer Lieblichkeit Jungfrau Susanne, geschmuggelt hatte oder ob er der freundlichen Einladung des Damentriumvirates nicht widerstehen konnte, lassen wir dahingestellt.
Auf jeden Fall sorgte er für einen grandiosen
Kamellenregen. Aber wer kann es nicht nachempfinden, dass es ihm
angesichts des leeren Stadtsäckels einmal gut tut, sein Volk -
und sei es auch nur das närrische - mit vollen Händen
spendabel beglücken zu können. Die kleine Fußgruppe
des "Haus am Park", brachte den Sinn dieses gelungenen
karnevalistischen Highlights im Herzen der Stadt auf den Punkt:
"Wir fieren alle in einem Boot!" Ein Bilderalbum vom
Karnevalsumzug gibt es im Internet unter
"lokalanzeiger.de"



